Mehr als Käse und Schokolade

Wenn Ausländer an Schweizer Küche denken, fallen ihnen meist Fondue, Raclette und Schokolade ein. Dabei ist die kulinarische Landschaft der Schweiz so vielfältig wie ihre vier Sprachregionen: Deutschschweiz, Romandie, Tessin und Graubünden bringen jeweils eigene Traditionen, Zutaten und Kochtechniken mit – beeinflusst von den Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich.

Deutschschweizer Klassiker

Die deutschsprachige Schweiz ist geprägt von deftigen, herzhaften Gerichten – ideal für das rauhe Alpenklima.

  • Zürcher Geschnetzeltes: Kalbfleisch in Rahmsauce mit Rösti – ein Klassiker der Zürcher Gastronomie.
  • Rösti: Gebratene Kartoffelschnitzel, die als Beilage oder Hauptgericht serviert werden und Symbolcharakter haben.
  • Berner Platte: Eine üppige Fleischplatte mit verschiedenen Wurst- und Fleischsorten auf Sauerkraut und Bohnen.
  • Basler Mehlsuppe: Traditionell an der Fasnacht serviert, eine gebräunte Mehlsuppe mit Käse überbacken.

Kulinarik der Romandie

Die französischsprachige Westschweiz bringt die Eleganz der französischen Küche mit alpinen Schweizer Einflüssen zusammen.

  • Fondue: Geschmolzener Käse – meist Gruyère und Vacherin Fribourgeois – in den der Brot gedippt wird. Ein geselliges Gericht für kühle Abende.
  • Raclette: Geschabter Schmelzkäse, serviert mit Kartoffeln, Cornichons und Silberzwiebeln.
  • Papet Vaudois: Lauch-Kartoffelgemüse mit Saucisson Vaudois (geräucherte Wurst), ein Waadtländer Nationalgericht.

Das Tessin: La dolce vita der Schweiz

Der südlichste Kanton atmet mediterranes Flair. Die Tessiner Küche ist stark von der Lombardei beeinflusst.

  • Polenta: Maisgriesbrei als Hauptgericht oder Beilage, oft mit Käse oder Pilzen serviert.
  • Risotto con funghi porcini: Steinpilzrisotto nach lombardischer Tradition.
  • Luganighe: Grobe Tessiner Bratwurst, die zum Grillen oder in Eintöpfen verwendet wird.

Graubündner Spezialitäten

Der grösste Kanton der Schweiz bietet rustikale Bergküche auf höchstem Niveau.

  • Bündner Fleisch: Luftgetrocknetes Rindfleisch, hauchfein aufgeschnitten – ein Schweizer Exportprodukt.
  • Maluns: Ein traditionelles Gericht aus gebratenen Kartoffelspänen in Butter mit Mehl, meist mit Bergkäse serviert.
  • Capuns: Mit Spätzleteig und Bergwürsten gefüllte Mangold- oder Krautstielblätter.

Schweizer Käse: Eine eigene Welt

Die Schweiz produziert weit über 700 verschiedene Käsesorten. Die bekanntesten sind:

  1. Gruyère AOP – mild-würzig, ideal für Fondues
  2. Emmentaler AOP – der klassische Lochkäse
  3. Appenzeller – intensiv-würzig, mit Kräutersud gereift
  4. Raclette Suisse – cremig und schmelzfreudig
  5. Sbrinz AOP – harter Alpkäse, ähnlich Parmesan

Die Schweizer Küche ist ein Spiegelbild der kulturellen Vielfalt des Landes. Wer die Schweiz wirklich kennenlernen möchte, sollte sie am Tisch tun – von der einfachen Alpbeiz bis zum Sterne-Restaurant.